Freitag der 13., ein Datum, das oft mit Aberglauben verbunden wird. Doch zwei Klassen des Gymnasiums am Bötschenberg waren gespannt auf das, was sie erwartete.
Ein Bericht von Johanna Volkmann und Catharina Dießelhorst.
Auf dem Weg zur Schule fiel uns ein: „Oh, heute fahren wir ins Kunstmuseum!“. Die Vorfreude auf den Tag war spürbar. Im Kunstmuseum in Wolfsburg nahmen wir zunächst an einem Stop-Motion-Workshop teil, in dem wir einen Kurzfilm darüber kreierten, was uns als Freunde verbindet.
Wir begaben uns anschließend in die Führung, wo wir beeindruckende Kunstwerke sahen, die bis zu fünf Meter hoch waren und aus verschiedenen Materialien wie Stoff, Metall und Farbe bestanden. Die Künstlerin Małgorzata Mirga-Tas will mit ihren Werken auf die Rom*nja und die Vorurteile aufmerksam machen, die ihnen häufig entgegengebracht werden. Die Stoffbilder an den Wänden und von der Decke hängend, zeigten Teile ihrer Familie sowie bekannte Persönlichkeiten, die sich für Kinder und verschiedene Anliegen einsetzen.
Im nächsten Raum erfuhren wir die Geschichte eines 16-jährigen Mädchens (Noncia Markowska), das zur Zeit des Zweiten Weltkrieges lebte. Sie nahm ein Kind, das ihr aus einem Zug gereicht wurde, an sich und floh aus einem Konzentrationslager in Polen. Sie kümmerte sich um etwa 50 Kinder, deren Eltern gefangen genommen oder getötet worden waren. Am Ende des Zweiten Weltkrieges kamen sie aus dem Wald, wo sie sich versteckt hatten. Vierzig Jahre später wurde Noncia mit einem Orden vom polnischen Präsidenten geehrt. Diese bewegende Geschichte wurde mit aus Stoff ausgeschnittenen Figuren dargestellt. Der Film kann unter folgendem Link angesehen werden (Dauer: ca. 6 Minuten):
https://www.youtube.com/watch?v=1mYfIkVqJXU
Uns wurde außerdem erklärt, dass für die Rom*nja Pferde heilig sind. In Gaststätten und Bars waren Sinti und Roma oft nicht willkommen, weil viele Menschen Vorurteile ihnen gegenüber hatten. Einige Restaurantbetreiber nagelten Schilder an die Türen mit der Aufschrift „Heute gibt es Pferdefleisch“, was für die Rom*nja bedeutete, dass sie nicht eintreten konnten.
Im nächsten Raum der Ausstellung hingen wieder viele stoffbasierte Bilder, diesmal mit Sternzeichen in der Mitte. Darüber und darunter wurde dargestellt, welche Rollen Frauen und Männer bei den Rom*nja hatten.
Zum Abschluss schauten wir uns die Arbeiten in der Haupthalle von oben an, in der bald eine neue Ausstellung gezeigt wird.
Insgesamt fanden wir den Ausflug sehr interessant und bereichernd.
