Prävention
Digitale Kommunikation gehört heute selbstverständlich zum Schulalltag. Auch wir nutzen unsere Website und Online-Plattformen, um über schulische Veranstaltungen zu informieren, Einblicke in das Schulleben zu geben und transparent nach außen zu kommunizieren.
Dabei legen wir am GaBö besonderen Wert auf einen bewussten, verantwortungsvollen und datenschutzsensiblen Umgang.
Für uns gilt ein einfacher Leitgedanke: Nicht alles, was technisch möglich oder weit verbreitet ist, ist für uns als Schule automatisch sinnvoll oder verantwortbar. Als GaBö tragen wir eine besondere Verantwortung gegenüber den uns anvertrauten Kindern und Jugendlichen. Diese endet nicht an der Klassenzimmertür, sondern gilt auch für unser Handeln im digitalen Raum.
Wir wissen, dass Fotos Schulleben lebendig und erfahrbar werden lassen. Dennoch haben wir uns entschieden, auf unserer Schulwebsite künftig keine Porträt- und Einzelfotoaufnahmen mehr zu veröffentlichen.
Der Grund für diese Entscheidung liegt in einem Risiko, das in der öffentlichen Debatte zunehmend wahrgenommen wird: Fotos, die öffentlich im Internet zugänglich sind, können von Dritten heruntergeladen und auf eine Weise weiterverwendet werden, die wir weder kontrollieren noch verhindern können. Dazu gehört auch die missbräuchliche Bearbeitung und Verbreitung von Bildmaterial – ein Problem, das insbesondere Minderjährige betrifft und durch den Einsatz moderner Bildbearbeitungstechnologien und Künstlicher Intelligenz (KI) zunehmend einfacher geworden ist und wird. Wir möchten nicht abwarten, bis dieses Risiko konkret wird, sondern sehen es hier am GaBö als unsere Aufgabe, präventiv zu handeln und die uns anvertrauten Kinder und Jugendlichen so gut wie möglich zu schützen, auch im digitalen Raum.
Um den berechtigten Wünschen vieler Familien nach Erinnerungsfotos dennoch entgegenzukommen, bieten wir eine zeitlich begrenzte und passwortgeschützte Möglichkeit an: Fotos, auf denen Einzelpersonen deutlich erkennbar sind, sowie Porträtaufnahmen können für einen begrenzten Zeitraum in einem passwortgeschützten Bereich auf unserer Schulwebsite bzw. innerhalb einzelner Beiträge abgerufen werden. Nach Ablauf einer Frist von vier Wochen werden diese Fotos aus dem entsprechenden Bereich wieder gelöscht. Das Passwort wird den jeweiligen Familien über die IServ-Konten der Schüler*innen zur Verfügung gestellt. Gruppenfotos, etwa von Klassen- und Schulveranstaltungen oder Schulprojekten, bleiben weiterhin auch ohne Passwortschutz möglich.
Unsere Schulwebsite ist und bleibt der wichtigste Ort für Informationen über unser Schulleben. Hier haben wir die volle Kontrolle über Inhalte, Darstellung und Datenschutz. Berichte, Fotos, Termine und Hintergrundinformationen können transparent und nachvollziehbar bereitgestellt werden.
Instagram nutzen wir ausschließlich ergänzend. Dort veröffentlichen wir keine Fotos oder Videos mit erkennbaren Personen, keine Reels und keine trendbasierten Inhalte. Stattdessen nutzen wir den Kanal wie einen digitalen Aushang mit einer großen Reichweite: für Hinweise auf Veranstaltungen oder neue Beiträge auf unserer Website.
YouTube setzen wir vor allem als technische Plattform zur Bereitstellung von Videos ein, etwa zur Einbettung auf unserer Schulwebsite. Die meisten Videos sind nicht öffentlich gelistet oder nur eingeschränkt zugänglich. Ein vollwertiger Social-Media-Auftritt mit regelmäßiger öffentlicher Verbreitung steht für uns hier nicht im Vordergrund.
TikTok ist eine sehr populäre Plattform, insbesondere bei Jugendlichen. Gerade deshalb haben wir uns intensiv mit der Frage beschäftigt, ob ein schulischer TikTok-Account sinnvoll wäre. Unsere Antwort lautet: Nein. TikTok ist stark auf Reichweite, Trends und virale Verbreitung ausgelegt. Inhalte entfalten dort oft eine Dynamik, die sich kaum kontrollieren lässt. Für eine Schule bedeutet das: sehr hohe datenschutzrechtliche Risiken, besondere Herausforderungen beim Schutz Minderjähriger, erheblichen Moderations- und Redaktionsaufwand. Unabhängig von rechtlichen Fragen kommt ein weiterer Aspekt hinzu: Wir möchten als GaBö nicht dazu beitragen, die Social-Media-Nutzung unserer Schüler*innen weiter zu befördern, indem wir selbst auf Plattformen präsent sind, deren Nutzung stark auf permanente Aufmerksamkeit und hohe Verweildauer ausgelegt ist.
Die Nutzung von Facebook ist in den vergangenen Jahren deutlich zurückgegangen. Die Informationen, die wir dort bereitstellen könnten, erreichen Eltern und Öffentlichkeit bereits zuverlässig über unsere Website und weitere Kommunikationswege. Angesichts der damit verbundenen Risiken und der geringen Relevanz haben wir uns daher entschieden, Facebook zukünftig nicht weiter zu nutzen.
Zusammenfassend möchten wir als GaBö feststellen, dass wir digitale Plattformen nutzen, und wir Inhalte dann veröffentlichen, wenn dies für unseren schulischen Auftrag sinnvoll, kontrollierbar und pädagogisch verantwortbar ist. Ebenso verzichten wir bewusst auf digitale Angebote, bei denen die Risiken aus unserer Sicht überwiegen, der Mehrwert gering ist oder die Mediennutzung junger Menschen zusätzlich befördert würde. Diese Haltung verstehen wir als Teil unserer Verantwortung gegenüber unseren Schüler*innen, ihren Familien und der gesamten Schulgemeinschaft des GaBö.
